1. Projektbericht 
für das Microsoft Partnerschule Programm

Stand: November 2000

 

1. Projektidee
2. Projektverlauf
3. Softwareeinsatz
4 Zwischenergebnisse
5. Anlagen
(Kursinhalt, Zertifikate)

 

 

 

 

 

 

1. Projektidee

Die Grundschule Lindenstraße verfügt seit ihrer Gründung 1993 über Erfahrungen mit Computern im Unterricht. Die sehr beschränkten Einsatzmöglichkeiten dieser älteren Geräte mit minimaler Ausstattung konnten den aktuell viel zitierten Anforderungen der Gesellschaft und den wachsenden Möglichkeiten der Technik nicht mehr entsprechen. 

An diesem Punkt sollte mit einem neuen Projekt ein neuer Schritt nach vorn getan werden.

Die Idee: Mit einem zentral eingerichteten Computerraum auf höherem technischen Niveau eröffnet sich Kindern aller Alterstufen die Möglichkeit

  • in Schulungen an das Verständnis der Technik und die Bedienung der Programme herangeführt zu werden,
  • und gleichzeitig mit einer größeren Gruppe den Computer als Arbeitsmittel zu nutzen

Außerdem dient dieser Raum der ganzen Schule

  • zur schulinternen Lehrerfortbildung
  • als Werkstatt zur Bearbeitung der eigenen Internetpräsenz
  • als Werkstatt zur Unterrichtsvorbereitung und IT-Projektplanung
  • als Reparatur- und Wartungsraum


2. Projektverlauf

Zuerst wurde ein Konzept zu dieser Idee entwickelt und gemeinsam mit dem Kollegium der Schule diskutiert. Nach Zustimmung durch die Dienstversammlung wurde das Projekt auch dem Schulelternrat und dem Förderverein erläutert, auch hier waren die Reaktionen durchweg positiv.

Die räumlichen Voraussetzungen konnten schnell erfüllt werden, da ein zentral gelegener Raum von ausreichender Größe zur Verfügung stand. Dieser Raum sollte mindestens Klassenraumgröße haben, um auch mit über zwanzig Kindern darin arbeiten zu können.

Computermöbel haben wir in Eigenarbeit mit Hilfe des Hausmeisters gebaut. Die Arbeitsflächen sind aus Küchenarbeitsplatten zusammengesetzt und sehr stabil. Die Tischplatten sind L-förmig an zwei Wänden aufgebaut, so dass die Monitore alle zur Raummitte zeigen und von der Lehrkraft gleichzeitig eingesehen werden können.

Die Anschaffung der Geräte stellte uns vor größere Probleme: Für Neugeräte war kein Etat vorhanden und wird auch üblicherweise vom Schulträger (noch) nicht bereitgestellt.
Die vorhandenen Altgeräte waren technisch ungeeignet. Über den Förderverein wurde ein Spendenaufrufe an alle größeren Betriebe und Unternehmen initiiert. Die Resonanz war nicht überwältigend, brachte aber zwei sehr brauchbare Ergebnisse: Die Deutsche Post stiftete zehn Pentium-Rechner und ein Krankenhaus in Bremen stellte 15 486er-Geräte mit genügend Arbeitsspeicher zur Verfügung. Damit war ein guter Anfang möglich. Auf der Basis dieser Vorleistungen hatte ein Antrag beim Schulträger auf Zuschuss zu weiteren Anschaffungen Erfolg: Die Stadt Osterholz-Scharmbeck bewilligte DM 10.ooo für einen leistungsfähigen Server, ein schnelles Netzwerk, einen Netzwerkdrucker und einen Scanner mit angeschlossenem schnellen Grafik-PC.

Die einzusetzende Software stellt für Schulen ein großes Problem dar: Aus Etatgründen kommt in vielen Fällen ein offizieller Erwerb der Software kaum in Frage. Der illegale Einsatz scheint manchmal als einziger Ausweg, verbietet sich aber selbstredend.
Manchmal, so auch hier, spenden Eltern eine eigene Lizenz. Dann hörten wir von der Initiative der Firma Microsoft Deutschland, die mit dem Partnerschul-Programm viele Schulen unterstützt. Wir haben unsere Projektidee vorgetragen und freuten uns sehr über die Aufnahme in das Partnerschulprogramm! Damit war ein großes Problem gelöst und wir hatten freie Bahn.

Der kostenlose Onlinezugang wurde auf Antrag von der Deutschen Telekom gelegt.

Die Einrichtung und Vernetzung der Geräte hat in den Sommerferien 2000 mit Hilfe der PC-Projektwerkstatt, einer Initiative zur Berufseingliederung und Qualifizierung von Jugendlichen und Jungerwachsenen, stattgefunden. Auch bei der weiteren technischen Beratung und Betreuung hilft die PC-Projektwerkstatt unserer Schule.

Nach den Sommerferien konnte zum neuen Schuljahr in einem voll funktionsfähigen Computerraum mit den ersten Kursen begonnen werden. Ein Großteil der dritten und vierten Klassen wird im Rahmen des Werkunterrichts in halber Klassenstärke im Computerraum unterrichtet. Die einzelnen Kurse gehen über acht bis zehn Doppelstunden und enden in einer Prüfung mit Erwerb des Computerführerscheins. 
Diese Kurse haben folgende inhaltliche Schwerpunkte:

  • Erkunden der einzelnen Komponenten einer PC-Anlage
  • Öffnen eines Rechners und kennenlernen wichtiger Bauteile
  • Nachempfinden des Grundprinzips einer EDV-Anlage: Eingabe-Verarbeitung-Ausgabe
  • Hoch- und runterfahren einer Anlage, Umgang mit der Maus, Orientierung auf dem Desktop des Betriebssystems Microsoft Windows 9x
  • Öffnen und schließen von Fenstern, vergrößern und verkleinern
  • Arbeit mit dem Grafikprogramm Microsoft PAINT, speichern einer Datei
  • Arbeit mit dem Textverarbeitungsprogramm Microsoft WORD, Umgang mit der Tastatur, schreiben und formatieren von kleinen Texten, einfügen von Grafik, drucken und speichern
  • Das Internet: Nachempfinden der weltweiten Verknüpfung von Computern,
    Arbeit mit dem Browser Microsoft Internet Explorer, Navigation in einer Web-Seite
  • Datenbankrecherche: Arbeit mit dem Lexikon Microsoft ENCARTA

Zum jetzigen Zeitpunkt enden die ersten Kurse mit Kindern der dritten und vierten Klassen.
Ein nächster Schritt zur Heranführung von Kindern des Schulkindergartens ist in Vorbereitung.

Wöchentlich wird der Computerraum von der Arbeitsgemeinschaft "Schülerzeitung" genutzt, die dort unter Betreuung der Schulsozialpädagogin die Redaktionsarbeit an den Geräten ausführt. Eine Veröffentlichung der Schülerzeitung im Internet ist in Arbeit.

In einem Unterrichtsprojekt Afrika nutzt die Klasse 4a den Computerraum zur Beschaffung von Informationen über das Internet und über das Lexikon ENCARTA.
Ein Teil der Projektergebnisse wurde von den Kindern auf einer eigenen Seite der Schulhomepage veröffentlicht.

Die Schüler der Klasse 4b schreiben im Computerraum eigene Texte zu eingescannten Fotos der Klassenfahrt. Die fertigen Texte werden ausgedruckt und zu einem Klassenbuch gesammelt.

Schüler einer altersgemischten Lerngruppe schreiben Texte zu Fotos, die während einer Exkursion mit der Digitalkamera aufgenommen wurden. Die Kinder können die Texte selbständig abspeichern und zum späteren Zeitpunkt wiederfinden.

Die örtliche Volkshochschule bietet im Computerraum eine Fortbildungsveranstaltung für das Kollegium an. Es wird begrüßt, dass die Fortbildung an den Geräten stattfindet, mit denen an der Schule auch gearbeitet wird.

Im Computerraum wird die schuleigenene Internetpräsenz erstellt. Unter der Adresse
www.gs-linden.de sind wir dabei.

Im Herbst berichtete die lokale Presse über Einrichtung und Nutzung unseres Computerraums.

 

3. Softwareeinsatz

Zum Betrieb des Netzwerks wird das Programm Microsoft Windows NT Server eingesetzt, ergänzt durch den Microsoft Proxy Server.

Auf den einzelnen Clients läuft das Betriebssystem Microsoft Windows 95 b.

Auf jedem einzelnen PC ist ferner installiert:
Microsoft WORD 97
Microsoft Internet Explorer

Auf den zehn Pentium Rechnern läuft zusätzlich:
Microsoft ENCARTA Plus 2000, Microsoft Encarta Weltaltlas 2000 und Microsoft
Lexirom 2000 sowie der HTML Editor Microsoft Frontpage 2000

Auf dem Scanner-PC ist das Betriebssystem Microsoft Windows 98 SE installiert und
das Paket Microsoft Office 2000 Professional.

Zu Schulungszwecken und für gezielten Kleingruppenförderunterricht ist die Lernsoftware
"Budenberg" als Schulversion eingerichtet.

 

4. Zwischenergebnisse

Schon nach wenigen Wochen können wir mit Sicherheit feststellen, dass wir mit der Einrichtung des Computerraums einen erfolgreichen Weg gefunden haben.

Entgegen mancher Lehrmeinung (siehe Beiträge in der "Grundschulzeitschrift" Nr 137)
haben wir durchweg positive Erfahrungen mit Computerlehrgängen an der Primarstufe gewonnen. Hier bietet sich die Möglichkeit, einer größeren Gruppe von Kindern gleichzeitig eine Grunderfahrung der EDV zu vermitteln und sie unmittelbar an den Geräten anwenden zu lassen. Auch Drittklässler sind durchaus in der Lage, komplexe Zusammenhänge wie die Funktionsweise einer EDV oder den Zusammenhang des Internets zu durchdringen. Natürlich muss der Unterricht in diesen Lehrgängen methodisch entsprechend aufgearbeitet sein. Da in dieser Hinsicht keinerlei Rahmenrichtlinien oder Handreichungen vorliegen, haben wir Unterrichtsziele und Stundenplanungen selbst formuliert. Von besonderer Bedeutung ist uns die Erfahrbarkeit komplexer Zusammenhänge und das Begreifen auch im haptischen Sinne, um den Kindern möglichst handlungsorientiert Zugang zu diesem Medium zu verschaffen. 
Bemerkenswert ist die Motivation der Kinder: Selten haben wir Kinder über so lange Zeit mit schier unerschöpflicher Motivation und Ausdauer an einem Unterrichtsgegenstand erlebt! Allein diese Erfahrung gibt Bestätigung und fordert uns auf!

Bestimmte Erwartungen aus unserem Konzept haben sich nicht bestätigt, etwa die vermutete Differenz im Umgang mit Computern zwischen Jungen und Mädchen. Es gab keine signifikanten Unterschiede, es zeigt sich sogar, dass Mädchen mitunter zielgerichteter und kreativer mit der Technik umgehen als Jungen.
Andere Ergebnisse waren nicht vorhergedacht: Es besteht ein krasser Unterschied an Vorerfahrungen zwischen deutschen und ausländischen Kindern. In den Haushalten der deutschen Kinder steht in den allermeisten Fällen ein Computer, der auch von den Kindern genutzt werden darf. Ausländische Haushalte sind daran nur selten beteiligt. Entsprechend ist die Vorerfahrung der ausländischen Kinder sehr gering und es entsteht schnell eine Lücke zu den Mitschülern. Hier wird ein Weg zu finden sein, wie diese Ungleichheiten im schulischen Rahmen und auch in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit aufzufangen sind. Entsprechend dem Deutsch- oder Matheförderunterricht könnte an der Schule ein Computerförderuntrerricht angeboten werden.

Neben den Lehrgängen bietet sich ein Computerraum auf Grund der Konzentration an technischer Ausstattung und der Raumgröße auch besonders als Werkstatt für Einzel- und Gruppenarbeiten an. Voraussetzung ist allerdings die entsprechende fachliche Betreuung von Raum und Benutzern. Zur Zeit können wir eine tägliche betreute Öffnung des Raumes über mindestens eine Unterrichtsstunde anbieten. Gerade diese Zeit wird intensiv von einzelnen Kindern oder Arbeitsgruppen genutzt. Durch Unterrichtsprojekte mit Computereinsatz wird die Kooperation zwischen den Lehrkräften im Klassenraum und Computerraum notwendig und trägt zu neuen Formen der Zusammenarbeit bei.

Unverzichtbar allerdings bleibt für uns die Verfügbarkeit von Einzelgeräten in den jeweiligen Klassenräumen. Hier wird sich die Nutzung auf den Einsatz als Lern- und Übungsmittel beschränken.

Ausblick. Nachdem die ersten wichtigen Schritte getan sind, warten weitere spannende und herausfordernde Aufgaben: 

  • Die Heranführung auch jüngerer Kinder an das Medium. Ganz interessant ist die Frage, in welchen Verständnisebenen sich diese Kinder an den Computer annähern können.
  • Die weitere Einbindung von Computer und Internet in Unterrichtsprojekte, bzw. die   
    Etablierung und Erschließung von neuen Formen des Lernens, die auf der Nutzung dieser Technologien aufbauen. 

Über den weiteren Projektverlauf und neue Erfahrungen werden wir an dieser Stelle berichten. 

Über einen Gedanken- und Erfahrungsaustausch zum Thema "Computer an der Grundschule" sind wir nach allen Seiten offen und sehr interessiert. Vorschläge und Meinungen bitte an info@gs-linden.de